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Raum Benidorm / Provinz Alicante
Weekly News berichtet von rauer Deportation britischer Hausverkäufer
02.04.2021
Einem Bericht in der englischsprachigen Zeitung Euro Weekly News (EWN) zufolge wurde Ende März 2021 am Alicantiner Flughafen "El Altet" ein britisches Ehepaar auf rüde Weise von der Polizei in das Flugzeug nach London-Gatwick zurückverfrachtet, aus dem es gerade ausgestiegen war, um in der Provinz den Verkauf seines Hauses zu vollziehen. Dazu hatten die Briten, so EWN, sämtliche auf der britischen Regierungs-Webseite nahegelegten Dokumente dabei: negative Covid-Testresultate, Notar-Termin, Brief vom spanischen Anwalt, unterschriebener Kaufvertrag. Allein, die Polizei, die "Spanier und Residenten durchwinkten", checkten die Dokumente etwa eines Dutzends Nicht-Residenten, so die Zeitung. Alle erhielten eine schriftliche Ausweisungs-Order und seien wie Kriminelle von Beamten direkt zurück ins Flugzeug eskortiert worden, mit dem sie einige Stunden vorher gelandet waren.
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Der Brite skizzierte einige weitere Fälle seines Fluges und unterstrich ein "unverständlich aggressives Vorgehen der Polizei":
* 2 Familien wollten Immobilienerwerbe abschliessen
* Ein Mitarbeiter der Britischen Botschaft informierte seine Frau, die als Übersetzerin für die spanische Polizei arbeitet, vor dem Flughafen. Als diese bei der dortigen Polizei nachfragte, sei als Antwort ihr Auto untersucht worden.
* Ein Mann, der seit vier Jahren in Spanien lebte, hatte das Land vor Kurzem für die Beerdigung seines Vaters verlassen. Als er dem Polizisten den entsprechenden Passus auf der spanischen Regierungs-Webseite zeigen wollte, löschte der Polizist diesen Eintrag von dem Telefon des Briten
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Bei Rückkehr nach Gatwick habe sich die britische Polizei und ein spanischer Repräsentant nach Anhören aller Einzelfälle bei allen entschuldigt.
Der britische Premier Boris Johnson hatte eine Woche zuvor angekündigt, dass "in wenigen Tagen britische Besitzer eines Ferienhauses in einem anderen Land dorthin reisen und nach dem Rechten sehen können". "Das, Boris", so der erboste abgeschobene Brite erbost, "erzähl´ mal lieber dem aufgebrachten Polizisten am Flughafen von Alicante".
Immer bleibt ihm nach dem Abenteuer ein schwacher Trost: "Unsere Enkel werden stolz sein, dass ihre Grosseltern aus einem Land ´rausgeflogen sind"...
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Der frühere kanadische Aktivist von der Vereinigung "Abusos Urbanísticos No", Charles Svoboda, bringt den Zwischenfall in Zusammenhang mit einem Artikel in der britischen Zeitung "Express" vor einigen Tagen: "British expats 'in tears' as Spain to deport 500 under new rules ‘Dream over' - Thousands of British expats face being booted out of Spain for failing to register for residency under post-Brexit regulations"
http://www.express.co.uk/news/politics/1415577/Brexit-news-latest-eu-vaccine-block-astrazeneca-uk-john-redwood-boris-johnson-1415577#ICID=Android_ExpressNewApp_AppShare
Es geht um die Ausweisung jener Briten, die innerhalb der Übergangsfrist von 90 Tagen nach dem Brexit Ende 2020 sich nicht um gültige Residencia-Papiere gekümmert haben. Dass dabei der Zeitung zufolge offenbar sogar Briten zurückgewiesen worden sind, die eine Abholbescheinigung für nämliche neue Residencia vorzuweisen hatten, bezeichnet die offenbar übergangslose Härte, die von Teilen der spanischen Grenzpolizei bei der Durchsetzung der neuen Ausweisungsbestimmungen an die Härte gelegt wird.















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