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Teulada-Moraira
Staatsanwaltschaft fordert 9 Jahre für 2017 verhafteten Imam Shashaa
23.10.2020
Der seit vor fast vier Jahren in seinem Chalet in Teulada unter dem Verdacht der Förderung des islamischen Terrorismus verhaftete Imam Abu Adam (Hesham Shashaa) steht in Madrid vor der Audiencia Nacional vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft fordert neun Jahre Haft für den Mann, der sich als Kämpfer für Frieden und Verständnis darstellt und angab, entgegen den Vorwürfen der Polizei junge Menschen vom Weg des islamischen Extremismus abgebracht und sich um die Integration von Rückkehrern aus Kampfgebieten im Nahen Osten verdient gemacht zu haben.
Der älteste Sohn von 26 Kindern des Imam (von 4 Frauen) sagte jetzt laut spanischer Presse vor Gericht aus, dass sein Vater ihn noch als Minderjährigen 2011 nach Pakistan gebracht habe, damit er in Afghanistan an terroristischen Anschlägen im Rahmen des "Yihad" teilnehme. Dabei sei er sogar gefoltert und misshandelt worden. Ausserdem bestätigte der Erstgeborene, der vor den Bedrohungen durch das Umfeld seines Vaters um Schutz bat, die Vorwürfe gegen seinen Vater, dem die Suche nach und Indoktrinierung von künftigen islamistischen Kämpfern im Internet und in Mezquitas vorgeworfen wird.
Die Anwältin der Verteidigung brachte die Sprache auf die Forderung des Kronzeugen der Anklage, dass er noch vor Kurzem von seiner Familie eine Million Euro gefordert habe, um nicht gegen seinen Vater auszusagen. Die Antwort: "Ich sagte meiner Familie, dass ich Gerechtigkeit will für das Schaden, den sie mir angetan hat, und meiner Schwester habe ich gesagt, dass mein Vater dies bezahlen und Gerechtigkeit erteilt werden soll". Imam und Präsident der Mezquita von Calpe sagten aus, dass der Angeklagte 2011 sich dort bei Vorträgen gegen den yihadistischen Terrorismus ausgesprochen habe und zu keiner Zeit Anstalten gemacht habe, die Calper Mezquita kontrollieren zu wollen.
Abu Adam war 2011 aus Deutschland nach Spanien gekommen, zunächst nach Benissa, bevor er 2014 in Teulada für 400.000 Euro ein Haus für einen Teil seiner grossen Familie kaufte. In den Mezquitas von Teulada, Calp, Altea, Pedreguer, Gata de Gorgos, Almoradí und San Vicente del Raspeig habe er sich, so die Staatsanwaltschaft, als "wichtiger Imam" vorgestellt und das Programm der Radikalisierung betrieben. Adam verneinte vor Gericht die Vorwürfe und gab an, im Internet und in den Mezquitas gegen den Terrorismus gesprochen zu haben, mit dem Ziel, eine Wiederholung des Terroranschlages vom 11. März 2004 in Madrid zu verhindern.



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