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Lokales - Kritisch beobachtet
Jáveas PSOE-Ortsregierung schläft auch beim Müll: zum 3. Mal "verlängert"
10.12.2019
Zum 3. Mal hat Ende November 2019 die PSOE-Stadtspitze von Jávea seit 2017 die vor anderthalb Jahrzehnten vergebene Müllkonzession um ein Jahr verlängert. Man habe die Ausarbeitung einer neuen wegen Personalmangels erneut nicht rechtzeitig geschafft, so lautet die schwer nachzuvollziehende Entschuldigung von Bürgermeister José Chulvi. Die Opposition weist auf die veralteten Mittel für Strassenreinigung und Müllabfuhr hin.
An Rücktritt jedoch denkt weder die zuständige Stadträtin Kika Mata und der Jáveaner Teflon-Bürgermeister Chulvi schon mal gar nicht. Schmallippige Entschuldigungen sind sein Metier auch in dem Skandal um den Restaurant-Neubau am Ende des zweiten Montañar-Steinstrandes: Erst wurde eine Baugenehmigung erteilt und dann, aufgrund des aufkommenden öffentlichen Widerstandes, mit einem durchsichtigen Verwaltungstrick wieder kassiert. Der Bauherr, der spanischen Medien zufolge trotz städtischen Verbotes fröhlich weiter baut, bot dem Rathaus jetzt einen Deal an: Wenn er jetzt endlich Grünes Licht erhalte, werde er seine gegen die Rathausverantwortlichen eingereichte Klage wegen Amtsmissbrauchs zurückziehen.
Immerhin: Bei zwei wichtigen Infrastrukturprojekten, die sich lange verzögert hatten, weil die ausgewählten Vertragsfirmen entweder gar nicht erst in die Gänge kamen oder direkt den Betrug mit vorher angepeilten und (via unverhohlener Verzögerungs-Erpressung angestrebten) Vertragsverbesserungen suchten, geht es jetzt voran: An der Casa de Cultura wird -mit Jahre langer Verspätung- gebaut, nachdem die erste Firma lediglich die Baugrube ausgehoben hatte. Und der Abriss und Neubau der altersschwachen (und seit Monaten gesperrten) Triana-Brücke beim Hafenviertel ist jetzt ebenfalls zum zweiten Mal vergeben worden. Er soll für 500.000 Euro in drei Monaten fertig gestellt sein.
Schaun mer mal.
Dass die von einem lückenhaften und sehr standhafte Politiker verlangenden Vergabegesetz profitieren wollenden Firmen sich zuletzt zwei Mal an Jávea die Zähne ausgebissen haben, ist eigentlich erst einmal eine gute Nachricht. Ob sich diese Verzögerungen bei besserer Ausschreibung der Projekte hätten verhindern lassen, kann ich nicht beurteilen. Wohl aber feststellen, dass es um die grundsätzliche Glaubwürdigkeit von Bürgermeister Chulvi und seiner Mannschaft mit Blick auf ihr Versagen an der Müll- und an der Montañar-Front nicht zum Besten bestellt ist...
Carl-Georg Boge (Dezember 2019)





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