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Land Valencia / Spanien
Strassenunruhen Katalonien seit Montag: 150 Verletzte und 100 Verhaftete
17.10.2019
Bei den zahlreichen Strassenunruhen und -kämpfen in Katalonien sind zwischen Montag, 14. Oktober 2019, und Donnerstag Nachmittag, 17. Oktober 2019, nach offiziellen Angaben 150 Personen verletzt worden, ein grosser Teil Polizisten, die zum Teil mit Säure attackiert wurden. Rund hundert Personen wurden verhaftet, bisher knapp ein halbes Dutzend ins Gefängnis eingeliefert. Die bisher entstandenen Sachschäden werden mit 650.000 Euro angegeben, eine Zahl, die erheblich steigern würde, zumal für Freitag, 18. Oktober 2019, ein Generalstreik zum Protest gegen das Gerichtsurteil des Tribunal Supremo aufgerufen wurde. Seat schliesst für Freitag seine Fabrik in Martorell: 6.500 Arbeiter bleiben zuhause, 3.500 Kfz müssen später produziert werden.
Es mehren sich die Berichte von Krawallmachern, die in den Strassen-Auseinandersetzungen nach dem Gerichtsurteil gegen die Führung der Unabhängigkeitsbewegung und ehemalige Minister der Landesregierung eine gute Gelegenheit für "systemfeindliche Bamboole" sehen.
Über die Nachrichten über gewaltsame Auseinandersetzungen geraten die zahlreichen friedlichen Demonstrationen in den Hintergrund. Zusätzliches Öl ins Feuer giesst am Donnerstag Abend eine Gegendemo mit franquistischen und faschistischen Flaggen, nur wenige Meter entfernt von dem harten Kern der radikalen und gewaltbereiten "Unabhängigkeitskämpfern". 400 Container brannten in den ersten drei Tagen, dazu zahlreiche Kfz und Gebäude nur deshalb nicht, weil die Feuerwehr schnell zur Stelle war.
Der katalanische Ministerpräsident QuimTorra sprach bei den Gewaltbereiten ambivalent von "infiltrados". Er kündigte ein zweites Unabhängigkeits-Referendum für das Jahr 2020 an und überraschte damit selbst seine Koalitionspartner. ERC sprach sich dagegen aus, wies darauf hin, dass jetzt der Moment für die Herstellung einer grossen Einigkeit in Katalonien sei. Die Opposition forderte seinen Rücktritt. Die Opposition im Bundesparlament von Madrid fordert den sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez zur Ausrufung des Notstandes und Anwendung des Artikels 155 mit der Einschränkung der katalanischen Autonomiebefugnisse auf.
Der für den 26. Oktober um 13 Uhr in Barcelona vorgesehene Liga-Klassiker gegen Real Madrid ist aus Sicherheitsbedenken auf Dezember verschoben worden.



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