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Lokales - Kritisch beobachtet
Rathaus Dénia: Strafe für verspätete Bojen? - mal sehen
11.09.2019
Die Vertragsfirma für die Sicherheitsbojen entlang der Dénianer Strände hat in ihrem zweiten Konzessionsjahr die Bojen vor Las Rotas erst zum 1. August ausgebracht und nicht schon zwei Monate früher, wie vertraglich vereinbart. Jetzt kündigte das sozialistisch geführte Rathaus gegenüber der spanischen Presse vollmundig an, diese zweimonatige Unsicherheitsphase den Schwimmern und Tauchern vor der Küste im nächsten Jahr auf keinen Fall mehr zumuten zu wollen. Die Strandwacht des Roten Kreuzes musste vor allem im Juli immer wieder Badegäste vor Booten warnen, die aufgrund fehlender Bojen zu nahe an die Küste heran kamen. Im nächsten Jahr soll die Bojen-Konzession spezifische Vertragsstrafen z. B. für nicht eingehaltene Fristen vorsehen. Knallhart.
Ach so? Und wie sieht's mit diesem Jahr aus, abgesehen davon, dass eine Stadt, die vom Sommertourismus lebt, sich eine Tourismus-Stadtrat nicht leisten kann und sollte, der solch ein Problem in zwei Monaten nicht löst und so eine halbe Saison lang zahlreiche Feriengäste einer erheblichen Gefahr ausgesetzt hat und dadurch seine Gemeinde einer nicht zu vernachlässigenden touristischen Rufschädigung in den sozialen Netzwerken? Denkt PSOE-Mann Domènech etwa an Rücktritt oder Verzicht auf sein Gehalt, das er ganz offensichtlich nicht wert ist? Gibt es zumindest Selbstkritik? Weit gefehlt! Nächstes Jahr, mit einer ordentlich ausgearbeiteten und mit Vertragsstrafen bestückten neuen Konzession soll ja alles besser werden. Und für das laufende Jahr studiere man mit der städtischen Vertragsabteilung (Und wer ist hier für den löcherigen laufenden Vertrag verantwortlich?), ob es möglich sei, die Firma für eine halbe Saison ohne Bojen vor Las Rotas zur Verantwortung zu ziehen.
Ob es möglich sei!
Nu´ kommst du...
Dass erst die PP-Opposition den für die Küste zuständigen Stadtrat der PSOE (die seit viereinhalb Jahren in Dénia an der Macht ist) auf den Gedanken bringen musste, dass die wenigen ökologischen Bojen zum Ankern für Boote an der Dénianer Südküste bis zum Cabo San Antonio bei Weitem nicht ausreichen, um den vielen Booten eine umweltfreundliche Alternative zum Ankern zu geben, wirkt da eher wie Peanuts. Aber keine Sorge: Auch dieses längst nicht neue Problem wird gelöst, so die seit fast viereinhalb Jahren in Dénia regierenden Sozialisten - mit der neuen Konzession, im nächsten Jahr...
* * *
Der nächste Sommer kam auch vor in der Antwort der Gemeinde Teulada-Moraira auf Beschwerden über chronisches Zuspätkommen ihrer Strandwächter (die theoretisch sowieso erst um 11 Uhr antreten), ebenfalls Ende August. Sie wies die Schuld der Vorgängerregierung zu, die bei der Konzessionsvergabe nur auf den billigsten Preis geachtet habe. Mag ja sein, aber deshalb muss eine Gemeinde, die vom Tourismus lebt, die Lösung der Probleme, die sicher nicht erst Ende August aufgetaucht sind, auf das nächste Jahr verschieben.
Küsten-Kommunen, die grobe Versäumnisse in der Sicherheit an ihren Stränden nicht innerhalb kurzer Zeit in den Griff bekommen, sollten entweder den zuständigen Stadtrat sofort austauschen oder sich erst gar keinen mit dem Arbeitsgebiet Strände leisten. Immerhin kann die neue Koalition von Teulada Moraira, anders als die PSOE-Mehrheit in Dénia, noch auf Versäumnisse ihrer Vorgängerin hinweisen. Aber wenn dieses Argument allzu häufig auftaucht, wird es umso schneller schal und verliert an Berechtigung.
Carl-Georg Boge, costa-info.de und WOCHENPOST



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