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Raum Benidorm / Provinz Alicante
Januar 2020: Prozess um Bürgermeister-Mord 2007 in Polop
24.05.2019
Für die zweite Januarhälfte 2020 hat das Provinzgericht in Alicante laut spanischer Presse den Prozess um den Auftragsmord an dem Bürgermeister des Hinterlandstädtchens Polop de la Marina hinter La Nucía im Jahr 2007 anberaumt. Über ein von der Staatsanwaltschaft identifiziertes siebenköpfiges Komplott zu Gunsten des Bürgermeister-Vorgängers (und -Nachfolgers Juan Cano) des im Oktober 2007 vor seinem Haus ermordeten Alejandro Ponsoda wird ein Geschworenengericht zu befinden haben.
Die Anklage stützt sich vor allem auf die Aussage eines geschützten, aber selbst strafrechtlich nicht unbeleckten Zeugen, der das Schmieden des Komplotts im Bordell "Mesalina" von Finestrat gehört zu haben angab. Seinerzeit schlug die Polizei wegen einer Geschäftsreise des Unternehmers Salvador Ros nach China verfrüht zu, weil sie glaubte, er wolle flüchten und man werde in der zu erwartenden mehrjährigen Untersuchungshaft schon zusätzliches Belastendes aus den sieben verhafteten Verdächtigen herausbekommen: drei tschechische und spanische Auftragskiller, die zwei Bordellbesitzer sowie der Unternehmer und der Ex-Bürgermeister und Ponsoda-PP-Parteikollege Juan Cano. Insgesamt werden 180 Jahre Haft beantragt.
Im Kern geht es um die These des Auftragsmordes wegen politischer Feindschaft der beiden und eines durch Ponsoda behinderten grossen Bauprojekts. Der Mordauftrag sei zunächst ihm für 35.000 Euro angetragen worden, so der geschützte Zeuge, und nach seiner Weigerung den späteren Tätern. Die Verdächtigen brachen in ihrer mehrjährigen U-Haft jedoch nicht ein, bezeichneten die Beschuldigung als Versuch des "Zeugen", sich in eigenen Prozessen Vorteile zur verschaffen.
Nicht zuletzt die ausgesprochen dünne Beweislage hat immer wieder zu Prozessverzögerungen geführt und zwischendurch zu der Erwägung, das Septett nicht mehr wegen Mordes anzuklagen, sondern nur noch wegen Verabredung zum Mord.



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