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Land Valencia / Spanien
Blutigster ETA-Boss "Josu Ternera" in Frankreich verhaftet
17.05.2019
Der für die schlimmsten Attentate der ehemaligen baskischen Terror-Organisation ETA verantwortliche und seit 17 Jahren flüchtige "Josu Ternera" ist am Donnerstag, 16. Mai 2019, von der französischen Polizei in Zusammenarbeit mit dem spanischen Geheimdienst verhaftet worden. José Antonio Urruticoetxea Bengoetxea, schon 1973 an der Ermordung des Franco-Ministerpräsidenten Carrero Blanco beteiligt und seit Mitte in der Spitze der Terror-Vereinigung, zeichnete unter anderem für die Attentate Hipercor in Barcelona (22 Tote) und Guardia-Civil-Kaserne Zaragoza (11 Tote, darunter 6 Mädchen) verantwortlich. Mit Ternera ging der Polizei der letzte noch freie ehemalige ETA-Chef ins Netz. Er hat in Frankreich eine achtjährige Haftstrafe abzusitzen und erwartet dort ein weiteres Verfahren. Während dieser Zeit jedoch können die Prozesse wegen seiner Rolle an den grossen ETA-Attentaten abgehalten werden, wenn ihn der Krebs nicht vorher einholt.
Mitte des ersten Jahrzehnts im neuen Jahrtausend, nach Verbüssung einer ersten Haftstrafe in Frankreich und einer Zeit im baskischen Landesparlament (unter anderem im Ausschuss für Menschenrechte), verhandelte Ternera mehrmals mit spanischen Regierungen über ein Ende des Terrors, aber immer erfolglos. Er war, nachdem ihn die spanische Justiz 2002 verspätet aufs Korn genommen hatte, untergetaucht und hatte 2018 das Kommuniquée der Auflösung von ETA verlesen.
Über einen früheren Mitarbeiter kam die Polizei jetzt an den krebskranken 69-Jährigen heran. Nicht alle waren von seiner Festnahme begeistert: Der ehemalige PSOE-Chef im Baskenland, Jesús Eguiguren, erinnerte an Terneras "entscheidenden Anteil am Ende von ETA" und bezeichnete ihn als "Helden des Rückzugs".



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