COSTA INFO - Ein Service der WOCHENPOST
HomeMeldungenTermineDie KüsteWochenpostBranchenbuchLeserforumFotogalerie
Land Valencia / Spanien
Mord an einer Joggerin - 9 von 10 Joggerinnen mit Unsicherheit
20.12.2018
Der brutale Mord an einer jungen Joggerin im südspanischen Huelva befeuert nicht nur seit Tagen die spanische Medienlandschaft, sondern hat im Internet auch die Nutzung der neuen App "Sincronizadas" für gemeinsames Laufen von Frauen zu komplizierten Uhrzeiten wie am frühen Morgen oder am späten Abend in die Höhe schnellen lassen. 9 von 10 Joggerinnen, so die spanische Presse, fühlen sich belästigt oder verfolgt, wenn sie alleine laufen, Autofahrer, die zu nahe heranfahren und starren, dunkle Strecken, die vermieden werden müssen, Laufzeiten, die ständig verändert werden müssen - "die Unsicherheit läuft immer mit", Probleme bei de Ausübung des Sports, "über die sich die Männer nicht einmal Gedanken machen müssen". Die Forderung auf zahlreichen der von Frauen in spanischen Städten organisierten Protestdemonstrationen für mehr Sicherheit: "Wir wollen nicht mutig sein, sondern frei".
Auch die Politik liess den Mord an der Lehrerin Laura Luelmo nicht ungenutzt: Der neue PP-Spitzenmann machte sich für die Beibehaltung der Rechtsfigur des Einsperrens auf Dauer für besonders gefährliche Verbrecher stark. Luelmos Mörder war nach 17 Jahren Gefängnis wegen eines Raubmordes und zwei weiteren Jahren wegen Raubes erst zwei Monate in Freiheit. Die Antwort von PSOE und Podemos: "Infame Ausnutzung des frischen Schmerzes von Opfern und Gesellschaft für politische Zwecke. Die von der PP verteidigte Rechtsform hat das den Mord nicht verhindert."
Regierungschef Pedro Sánchez (PSOE) versprach "Massnahmen für die Verbesserung der Sicherheit der Frauen". Die Regierung kündigte an, besonders gefährliche Verurteilte auch nach ihrer Freiheit besonderer Überwachung unterziehen zu wollen, sprach sich aber gegen die -noch vom Verfassungsgericht zu entscheidende- Sicherheitsverwahrung aus.



zurück