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Lokales - Kritisch beobachtet
PP: Rathaus Altea verschwieg kontaminierte Strände über den Sommer
20.09.2018
Routine-Untersuchungen des Landes Valencia stellten im Sommer an den Alteaner Stränden Cap Blanc und La Olla erhöhte Fäkalwerte vor, wie die Oppositionspartei Partido Popular jetzt mitteilte: "... die ein Risiko für die Nutzer des Strandes darstellten...". Ob die entsprechenden Massnahmen zur Beendigung der Kontamination des Badewassers getroffen worden sei, wisse man nicht, so die PP. Denn die Stadtregierung vo Compromís, PSOE und Trellat unter Bürgermeister Jaume Llinares habe der Öffentlichkeit die Messergebnisse verschwiegen.
Damit nicht genug: In Stadtrats-Ausschüssen am 3. und 10. August und auch in den folgenden Wochen habe die PP die Herausgabe des Berichts es Landes Valencia über die Einleitung von Fäkalien an den Stränden von Altea gefordert: "Jetzt wissen wir, warum der Magistrat ihn nicht herausgegeben hat... Dadurch wurde die Gesundheit von Tausenden von Badegästen gefährdet".
Informationen nicht oder zu spät herauszugeben gehört nach Angaben der PP zum Alltagsgeschäft des Magistrats von Compromís-Bürgermeister Llinares, dessen Koalition als die des Wandels, der Transparenz und der Bürgernähe angetreten war. In den Ausschüssen werde regelmässig den anderen Parteien Information vorenthalten. Llinares rücke erst in den Plenarsitzen damit heraus, und dann erst, wenn über den Tagesordnungspunkt abgestimmt sei und ohne Möglichkeit der Antwort seitens der Opposition.
Tricksen, Nicht-Antworten, Ausweichen, mangelnde Transparenz - Vorwürfe über die die Regierungspartei, die mit dem Skandal der Strände-Kontamination und deren Verschweigen eine neue und qualitativ gefährliche Dimension für die Tourismus-Gemeinde Altea erhalten hat. Die politischen Vorgänge im Rathaus aus der Distanz zu bewerten ist nicht in jedem Fall leicht, aber der wenige persönliche Umgang mit Kulturstadt Diego Zaragozí erschwert es mir nicht, den Beschwerden der Alteaner Opposition Glauben zu schenken. Und: Allzu häufig ist zu beobachten, dass die Versprechen von Transparenz, Erneuerung im Umgang mit der Opposition und Selbstkritik nach dem Machtantritt der selbst ernannten Erneuerer der politischen Umgangsformen allzu schnell den Weg allen Irdischen gehen.
Immerhin: Zaragozis Kulturamt, unter dessen Leitung die Zahl der für die WOCHENPOST in den Terminkalender aufnehmbaren Veranstaltungen auf ein Minimum zusammengeschrumpft ist (obwohl mehrmals machbare Vorlaufzeiten erbeten wurden), hat sich tatsächlich zur Mitteilung der Kulturtermine für Altea la Vella bis zum Jahresende durchgerungen. Naja, wenn man als Rathaus schon zum Fäkal-Skandal, über den die PP am 17. September 2018, berichtete, offenbar nichts zu sagen hatte, ebenso wenig wie zur Trinkwasser-Debatte im Stadtparlament vor Kurzem...
Nun aber zu schliessen, dass man es selbst bei der neuen PP von Altea mit Weltmeistern in der Bürgerverteidigung und Transparenz zu tun hat, wäre wohl auch ein wenig übertrieben: Den möglichen Skandal offenbar schon sechs Wochen vor seiner Bekanntmachung zu kennen oder mindestens zu erahnen, wirft nicht gerade das Licht übereifrigen Bürger- und Badegäste-Schutzes auf die "populares" von Altea. Wenn man solch´ drängende Fragen hat und sie von einer unverantwortlichen Rathausspitze nicht beantwortet bekommt, dann kann man dies mit mehr Druck und Drohung mit der Öffentlichkeit oder schliesslich mit dem öffentlichen Stellen unbequemer Fragen erzwingen, auch wenn es sich mitten in der Hauptsaison um ein sehr delikates Thema handelt.
Teulada hat vorgemacht, wie es geht, bei schlechten Messwerten und einer vorsorglichen Sperrung des Strandes von El Portet war nach zwei Tagen "die Kuh vom Eis", und zwar ebenfalls mitten in der Hauptsaison. Jávea hat sich damit nicht so leicht getan, und Dénia hat für Almadrava eine mögliche Kontamination schlicht auf den Zufluss beschränkt - Thema durch. Die "Rechten" als Geheimhalter und Hinter-den-Kulissen-Mauscheler und die "Linken"/"Alternativen" als Champions von Offenheit und Transparenz, die Stadtchefs von Altea haben diesem sonst so gern genommenen Schema -nicht nur- mit dem Fäkal-Skandal einen heftigen Schlag versetzt.

Carl-Georg Boge, Herausgeber costa-info.de und WOCHENPOST (18. Sept. 2018)




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