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Teulada-Moraira
Bürgermeistertreffen mit Deutschen: Parken bleibt umsonst, auch für Touristen
13.04.2018
Das Parken bleibt kostenlos in Teulada und Moraira, auch für Touristen. Nachdem vor ein paar Monaten die Gebühren in den Blauen Zonen abgeschafft wurden, will jetzt die Stadt ein Kontrollsystem einführen, damit die Parkzeiten nicht zu lang werden und in den besonderen Bereichen eine ausreichende Rotation der Fahrzeuge garantiert ist. Das teilte Bürgermeister Carlos Linares (PP) bei einem Treffen mit deutschsprachigen Residenten und Langzeiturlaubern im Espai Senieta mit.
Die Maximal-Standzeit soll zwei Stunden betragen, die Parkenden ziehen, wie bisher, Zettel mit der Ankunftszeit und legen sie hinter die Windschutzscheibe. Wer länger als die dabei eingegebene gewünschte Parkzeit steht (Wer wird wohl weniger als die bislang angepeilte Maximalzeit eingeben?) riskiert ein Knöllchen. Auch die Idee, Touristen beim Parken zur Kasse zu bitten, wie dies in den beiden Sommermonaten in Calpe geschieht, habe die Stadtspitze verworfen, so Linares. Dies entspreche nicht dem touristischen Konzept seiner Gemeinde, so der Stadtchef vor 130 Gästen, denen er mitteilte, dass die Bankschulden des Rathauses eliminiert sind und in den Jahren 2018/19 die Immobiliensteuer IBI (um netto zwei Mal 1 %, weil weitere 5 % die Anhebung der staatlich festgelegten Katasterwerte kompensieren) gesenkt wird und die Kfz-Steuer um 8 %.

Kurz angemerkt:
Schulden abbezahlt, erste Steuersenkungen, Parkzonen ohne Gebühren, Haushaltsüberschüsse für Investitionen - Teulada-Moraira hat die millionenschwere Hypothek des Auditoriums aus der Zeit der finanziellen Hybris bis zur Krise, die vor elf Jahren begann, offenbar überwunden. Dass dafür einige Jahre ordentlichen Wirtschaftens gereicht haben, beweist zweierlei. Erstens: Die Doppelgemeinde hat ausserordentliches Glück gehabt, dass die Krise so rechtzeitig kam, dass zwei weitere 10-Mio-Euro-Tiefgaragen-Projekte, die schon geplant und in Moraira (es gab schon eine Baugrube) begonnen waren, noch aufgegeben (Moraira) und auf zwei Mio Euro verkleinert (Teulada) werden konnten. Zweitens: Die hiesigen Kommunen mit Steuern und Dienstleistungsgebühren mit hohem Fixum-Anteil auf Tausende von Immobilien, die zwischen einer und zweiundfünfzig Wochen im Jahr leer stehen, sind wahrhafte Gelddruck-Maschinen. Wenn die Entscheidungsträger sich in wichtigen Fragen daran erinnern, wo das Geld herkommt und wie das Geld verdient wird, das sie verwalten, und so unkonventionelle Entscheidungen wie den Verzicht auf Parkgebühren mit Verweis auf das "touristische Konzept unserer Gemeinde" treffen können, dann verdient das Respekt.
Carl-Georg Boge, Hsg. costa-info.de und WOCHENPOST



Teulada-Morairas Bürgermeister Linares mit Übersetzerin Susana Katzgrau vor 130 deutschsprachigen Anwohnern.

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