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Lokales - Kritisch beobachtet
Zu: Mordprozess Franco: Schweizerin und alle Mit-Angeklagten freigesprochen
Ganz offenbar hat die Polizei bei den beiden "grossen" Mordfällen in unserer Region in den vergangenen zehn Jahren versagt: Das "baupolitisch-wirtschaftliche Komplott", dem vor knapp zehn Jahren laut Staatsanwaltschaft der Bürgermeister von Polop de la Marina zum Opfer fiel, schaffte es nicht einmal vor Gericht. Es blieb bei zusammengenommen vielen Jahren Untersuchungshaft, nachdem aus Anlass einer anstehenden Geschäftsreise eines "Beteiligten" nach China hektisch zugefasst und darauf getraut wurde, dass die drohenden bis zu vier Jahren U-Haft pro Person (ein wirklich extrem hartes Druckmittel, das sich für viele Juristen durchaus jenseits eines vertretbaren Grenzbereiches befindet) schon einen Keil in die "unselige Koalition" aus sieben Personen treiben werde, inklusive des Vorgängers und Nachfolgers Ponsodas als Bürgermeister von Polop. Als es auch nach Jahren lediglich bei der Aussage eines (kriminellen) geschützten Zeugen blieb, der die Verschwörung in einem Bordell gehört zu haben angab, mussten Polizei und Staatsanwaltschaft in mehreren Etappen in aller Stille die Segel streichen und die Beschuldigten einen nach dem anderen freilassen.
Auch im Mordfall Sandra Franco brachten Polizei und Staatsanwaltschaft keine ausreichenden Beweise zusammen, obwohl sie auch hier eigenen Angaben zufolge frühzeitig über Täter, Hintermänner, Hinterfrau, Motivationen und das gesamte Verbrechensgebilde verfügten. Zu mehr hat es wirklich in sieben (und im Ponsoda-Fall in zehn) Jahren nicht gereicht, nachdem jahrelang die vermeintlichen "Mord-Komplotteure" durchaus mit Komplettnamen in die Öffentlichkeit gestellt worden waren? Das klingt beängstigend dünn...
Carl-Georg Boge, Herausgeber costa-info.de und WOCHENPOST



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