COSTA INFO - Ein Service der WOCHENPOST
HomeMeldungenTermineDie KüsteWochenpostBranchenbuchLeserforumFotogalerie
Lokales - Kritisch beobachtet
Da bringen ein paar Hundebesitzer in Dénia ihre Vierbeiner mit Spruchbändern mit der Forderung nach einem Hundestrand zur Tiersegnung und müssen sich deshalb vor einem Polizisten ausweisen und -in einschüchternder Weise- nach ihren Absichten ausfragen lassen? Und bisher hat das Ayuntamiento dafür lediglich den flapsigen Kommentar übrig: "Da wird der Polizist wohl etwas gesehen haben"?
Das ist allerdings ein bemerkenswerter und -so klein, wie er erscheinen mag- wichtiger und Zeichen setzender Zwischenfall. Damit ist nicht das infantil-autoritäre Gebahren eines einzelnen Polizisten gemeint. Solche Aufplusterungen und Befugnis-Übertretungen wird es wohl noch lange geben. Wichtig ist die Reaktion der Verantwortlichen: Wenn "Sicherheits-Stadtrat Ygarza reagiert hat, wie es CDL beschreibt, dann ist er der falsche Mann für seinen Posten.
Jetzt können Bürgermeisterin Ana Kringe und der frisch zum "besten Polizeichef der Provinz Alicante" gekürte erste Mann der Policía Local von Dénia, José Martínez, beweisen, dass sie aus besserem Holz geschnitzt sind. Und es ist wichtig, dass den bestenfalls "übereifrigen" Polizisten öffentlich zurückpfeifen. weil dieser Mann offensichtlich den Weg ins neue Jahrhundert nicht gefunden hat. Wie gesagt: Entscheidend für die Bewertung ist nicht das Fehlverhalten eines Einzelnen, sondern das, was die zuständigen Institutionen hinterher damit machen.

Carl-Georg Boge (17. Januar 2013)

Meldung kommentieren

Zahlung und Urteil kamen an die Öffentlichkeit, weil im Stadtparlament von Calp die Oppositionsparteien danach fragten. Man habe das Urteil erfüllen müssen, und es sei ein Sieg gewesen, so Bürgermeister César Sánchez (PP), wohl zu Recht, zumal die ausstehenden Urteile ähnlich ausfallen dürften und die Colsur-Rechnungen an die Stadt um mehr als zwei Drittel kürzen sollten.
Aber, einmal mehr, sicherlich kein Sieg für die Transparenz und Offenheit, die Sánchez immer wieder wie ein programmatisches Leuchtfeuer vor sich herträgt. Allein, mit der Umsetzung des heeren Anspruches hakt es dann an entscheidenden Stellen immer wieder mal. Und die Glaubwürdigkeit von Sánchez, immerhin politisches Ziehkind seines Vorgängers Javier Morató (woran beide nicht mehr gern erinnert werden wollen), nimmt dann immer wieder mal ein bisschen Schaden...
Aber letztendlich wird Sánchez an den Ergebnissen seiner Bemühungen gemessen werden, die grosse Schuldenlast von der Stadt Calp zu nehmen, die ihr Morató hinterlassen hatte. Auch wenn es dafür keine geruchslosen Zauberformeln gab, sondern vor allem notwendige (auch personelle) Einsparungen in der Ortsverwaltung und Steuer- und Gebührenerhöhungen für die Bürger. Die immerhin in den nächsten beiden Jahren -mit Blick auf die Kommunalwahlen oder auf eine verbesserte Haushaltslage, je nach Lesart- zum Teil wieder zurückgefahren werden sollen.
Für das Jahr 2014, so kritisiert die Opposition, reduziere der Stadthaushalt die Gehälter der Regierungsstadträte und ihre Berater kein bisschen. 830.000 Euro betrage auch 2014 dieser Haushaltsposten. Von "indezenten Riesengehältern" sprach PSOE-Sprecher Luis Serna angesichts der von den Calper Bürgern verlangten Opfer. Die Stadt leiste sich weiterhin vier hauptamtliche Stadträte, der Bürgermeister z. B. verzichte -trotz seines Gehaltes als Landtagsabgeordneter- nicht auf seine Aufwandsentschädigungen für Stadtrats- und Ausschusssitzungen in Calpe.

Carl-Georg Boge (11. November 2013)


Meldung kommentieren

Man möchte es ja gern glauben, aber Ankündigungen über baldigen Bau- oder Bau-Wiederbeginn an der Umgehungsstrasse von Benissa hat es in den letzten Jahren und Jahrzehnten schon so viele gegeben, dass dass eine gewisse Skepsis erlaubt bleiben mag. Zumal das ankündigende Land Valencia gar nicht zuständig ist, sondern das Infrastrukturministerium der spanischen Bundesregierung in Madrid.
Landes-Ministerpräsident Alberto Fabra (PP) ist als Erbe der korruptionsverdächtigen und Pleite-Regierung von Francisco Camps (derzeit schuldet das Land fast 30 Milliarden Euro) in Madrid eher ein politisches Leichtgewicht, obwohl beide Regierungen von der Partido Popular gestellt werden. Aber wir werden ja spätestens im nächsten Jahr sehen, wie viel Insiderwissen seine Ankündigung beinhaltete.
Die Forderungen nach Weiterbau der seinerzeit unter nebulösen Begleitumständen unterbrochenen "variante" von Benissa waren ja doch in den letzten beiden Jahren eher routiniert und pflichtschuldig erhoben worden, aber alles andere als leidenschaftlich, überzeugt oder mit grosser öffentlicher Resonanz. Bei den Bürgern hatte sich in puncto Umgehungsstrasse längst eine gewisse "Alle-Kassen-sind-sowieso-leer"-Resignation breit gemacht. Unterstützt wurde diese achselzuckende Akzeptanz von dem krisenbedingt geringeren Verkehrsaufkommen in den letzten Jahren.
Nur wenn mal wieder ein Fussgänger auf der Durchgangsstrasse überfahren wurde, waren in Benissa ein paar Tage lang die Rufe nach "variante ya" zu hören, aber weit entfernt von dem monatelangen systematischen lautstarken Trommeln, Demonstrieren und Blockieren, das den Politikern und Bürgern von Ondara vor fast einem Jahrzehnt die segensreiche Umgehungsstrasse eingebracht hatte.
Aber, mal sehen: Vielleicht zeigt sich ja im nächsten Jahr, dass der Druck hinter den Kulissen den ersehnten Erfolg gezeitigt hat. Und richtig "Hurra" schreien wird man in Benissa als gebranntes Kind sowieso wohl erst dann, wenn die Umgehungsstrasse dereinst eingeweiht ist.
Übrigens: Eine dieser zahlreichen Ankündigungen für die "absehbare Umgehungsstrasse" ist mir gerade heute bei der Bearbeitung unseres WOCHENPOST-Archivs für die Oktober-Ausgabe unsere Monatszeitung in die Hände gefallen. Da geben wir unsere Wiedergabe einer Meldung aus der spanischen Presse vom Oktober 1997 (neunzehnhundertsiebenundneunzig) so wieder: "Benissa: Umgehungsstrasse soll bis 2001 kommen". Und genau ein Jahr später (Oktober neunzehnhundertachtundneunzig) hiess es dann: "Benissa: Bau der Umgehungsstrasse soll laut PP 2000 beginnen"...

Carl-Georg Boge (25. September 2013)

Meldung kommentieren

costa-info.de hat sich aus Anlass der Calper Mitteilung die Bürgerbriefkästen der Gemeinden unserer Region im Rahmen des vom aufgestellten elektronischen http://www.buzonciudadano.gva.es vergleichend angeschaut:
Insgesamt handelt es sich um ein wenig genutztes Instrument. Wer sich die Fragen/Vorschläge und ihre Beantwortung anschaut, dem erschliesst sich in den meisten Fällen schnell das Warum. Auch geben sich die Gemeinden kaum Mühe, den Bürgerbriefkasten bekannt zu machen, Jávea weiss offenbar nicht mal, dass es dem "buzón" angeschlossen ist, in Benitachell und Ondara wissen es die Bürger nicht oder sie kanalisieren ihre Wünsche und Beschwerden anders.
* ALTEA: die letzten Einträge sind drei Jahre alt, obwohl die gestellten Fragen relativ umvassend beantwortet wurden
* BENIDORM hat die zwei einzigen, zwei Jahre alten Einträge nicht beantwortet und keine weiteren erhalten
* BENISSAs Buzón wird bis heute vergleichsweise intensiv genutzt. Kein Wunder: Das Ayuntamiento gibt sich viel Mühe mit detaillierten und problembezogenen Antworten (auf Anfragen in Castellano in Castellano, auf solche in Valenciano in Valenciano), legt sogar manchmal mit neuen Informationen nach, wenn sie sich später ergeben. Im Falle einer Information über ausgelegtes Gift auf dem Oltà im Mai dieses Jahres (der Schreiber schummelte sogar Werbung in seinen Brief) stellte das Rathaus sinnvolle und zielgerichtete Rückfragen nach Konkretisierung (Wo genau? Seit wann? Symptome? Welcher Tierarzt?) , um sich des Falles annehmen zu können, erhielt aber von dem Beitragsschreiber keine Antwort.
* BENITACHELLs Bürger wissen offenbar nicht, dass sie den Bürgerbriefkasten haben: 0 Einträge
* CALPE: Die Antworten sind auf den ersten Blick umfassend, auf den zweiten jedoch oft sehr allgemein und gern auch selbstbelobigend gehalten, und es wird zur konkreten Nachforschung (Wird meine Strasse asfaltiert?) doch wieder an das "zuständige Amt" verwiesen, anstatt genau diese Arbeit selbst zu erledigen und eine Antwort zu liefern. Zwei Fragen in einem Eintrag zu stellen, ist ein krasser Fehler, weil Calpe nur die leichter zu beantwortende berücksichtigt.
Eine Sprachwahl-Option mit Englisch, wie sie vom Rathaus Calpe für den Bürgerbriefkasten angegeben wird, ist dort bisher nicht zu finden. Wahrscheinlich war mit der Mitteilung einfach gemeint, dass das Ayuntamiento jetzt in diesem "buzón" auch Bürgerbriefe in Englisch bearbeitet und in dieser Sprache beantwortet.
* JÁVEA erhielt vor drei Jahren drei Anfragen, darunter eine so einfache wie die Frage nach Entworgungsmöglichkeiten für gebrauchte Batterien, beantwortete aber keine einzige. Kein Wunder: Hat seither keinen Eintrag mehr erhalten.
* ONDARA: 0 wie Benitachell
* RÁFOL d'ALMUINIA erhält jedes Jahr eine Anfrage und beantwortet diese auch.
* SANET i NEGRALS ist offenbar "Opfer" einer Fehl-Verbindung: Obwohl aufgelistet, gibt es hier keine Möglichkeit der Meinungsäusserung.
* VILLAJOYOSA hat offenbar hartnäckige Bürger, die bis heute immer weiter fragen und "schiessen", obwohl, trotz mehrerer Bürger-Beiträge, die letzte Antwort der Gemeinde mehr als acht Monate her ist.
Zusammengefasst würde ich sagen, dass von den grösseren Gemeinden nur Benissa dieses Instrument Bürger-Briefkasten ernsthaft betreibt, zumindest, was die Bearbeitung der gestellten Anfragen angeht, sogar mit dem einen oder anderen Follow-Up. Aber für einen guten Umgang mit diesem Partizipations-Instrument müsste es vom Ayuntamiento immer wieder in die Öffentlichkeit getragen werden. Und mit der Kommunikation der Lösung konkreter Probleme aus dem "buzón ciudadano" liesse sich ja durchaus wirksam politisch punkten -ohne es der für Calpes Umgang damit typischen, oftmals eher propagandistisch hohl klingenden Weise gleich tun zu müssen. Bemerkenswert ist allerdings auch, dass die Teilnehmer die Option, die von den Ayuntamientos gegebenen Antworten als gut oder schlecht zu bewerten, überhaupt nicht nutzen, auch dann nicht, wenn sich die Antwort sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht eine eindeutige Bewertung verdient hatte.

Carl-Georg Boge

Meldung kommentieren

Ein Brief ohne Umschlag am 21. August im Briefkasten, schon gar nicht eingeschrieben, an eine langjährige Residentin und obendrein als Anwohner-Repräsentantin Ansprechpartner des Rathauses, dass sie ihren Meldestatus bis Anfang September bestätigen müsse, ist eine Gedankenlosigkeit, eine Dummheit und eine Frechheit der Ortsverwaltung von Benissa. Ob in ihrem Fall Absicht dahinter steckt, ist schwer zu sagen, aber wer so agiert, wie in diesem Fall das Ayuntamiento von Benissa, muss sich diesen Vorwurf, berechtigt oder nicht, wohl gefallen lassen. Aber: eine umfassende Kampagne zur politisch opportunen "Bereinigung" des Wählerverzeichnisses? Wohl weniger. Die Europawahl ist dafür nicht wichtig genug und die Kommunalwahlen noch zu weit weg. Und obendrein kosten Streichungen aus dem "padrón" die betroffene Gemeinde bares Geld. Haben nicht gerade Calp und La Nucía kleine Kampagnen gefahren, um zusätzliche Anwohner in ihre Meldelisten zu bekommen und dadurch höhere Schlüsselzuweisungen aus Madrid zu erwirken?
Die Zeiten, in denen die Ausländer bei den Wahlen eine wichtige Rolle spielten, sind im Übrigen auch in Benissa längst vorbei. Von Wahl zu Wahl ist ihre Beteiligung gesunken, selbst mit Lisa Svoboda auf einem nicht aussichtslosen Listenplatz der Unabhängigen von Benissa war bei den Kommunalwahlen von 2011 dieser Trend nicht aufzuhalten.
Mancherorts waren Ausländer (auch solche, die vorher Stadtratsmandate hielten) auf "mögliche" Listenplätze gesetzt worden, die sie -mit einer ordentlichen Zahl von "mitgebrachten" Ausländer-Stimmen im Rücken, in die Gemeindeparlamente hätten bringen können. Fast durchweg Fehlanzeige, Ausnahme: Calpe. Und in Teulada-Moraira sank 2011 der Anteil der ausländischen "Schwergewichte" an der Ortsspitze leicht, hat aber schon seit Císcars Zeiten eine anderswo ungekannte Dimension.
Die Ausländerbeteiligung an den Kommunalwahlen an der Costa Blanca ist in der Menge definitiv nicht wegen administrativer Manöver in den Keller gerauscht, sondern wegen mangelnder Lust am Mitmachen - aus welchen Gründen auch immer, ein Trend, der auch bei mehr als einer Bürgervereinigung mit hohem Ausländeranteil, wie der von Benissa, zu beobachten ist.

Carl-Georg Boge (26. August 2013)

Ergänzung am 1. September:
Nein, es geht in Benissa wohl eher um eine mängelhaft angepackte “Bereinigung” des Melderegisters, um dem Gesetz zu entsprechen. Ähnlich viel Kritik -besonders von Ausländern- gibt es übrigens auch am genauen Gegenteil, der von kommunalen und übergeordneten Behörden angekündigten Massnahmen zur Umsetzung gültigen Rechts, dass sich in seiner hiesigen Gemeinden offiziell anmelden (und Steuererklärung machen muss), wer hier mehr als 183 Tage im Jahr verbringt. Nur ein Problem des nicht getroffenen richtigen Tones? Wohl nicht, denn den hatten Calpe und La Nucía mit ihren halbherzigen (z. B. zu kurzen) und -vor einem halben Jahr- zeitlich zumindest unglücklich in die Debatte um die Meldepflicht von Auslandsvermögen für Residenten platzierten “Empadronierungskampagne” durchaus getroffen.
15 Kommentare   |   Meldung kommentieren

Während der spanische Finanzminister Luís de Guindos (PP) vom Ende der Rezession schwadroniert und davon, dass sich an der Börse und an den Beschaffungsmärkten für spanische Staatsanleihen zeige, dass trotz der Bárcenas-Veröffentlichungen das internationale Vertrauen in die "Marke Spanien" intakt sei, outet sich die spanische Regierung in- und ausländischen Investoren -kleinen und grossen- gegenüber als höchst unzuverlässiger Partner, der minimale Regeln des "pacta sunt servanda" und sogar des "ex-post-facto-Verbotes" nicht zu beachten bereit oder in der Lage ist.
Nicht nur viele Klein- und Grossanleger in Sachen Photovoltaik, die schon vor dem neuen grossen Schlag gegen minimale Berechenbarkeit und Verlässlichkeit von eingegangenen Investitionsbedingungen seit Jahren durch Iberdrola und die spanische Verwaltung mit immer neuen Tricks, Verordnungen und Abgaben verärgert und überrascht werden, werden diesen Tiefschlag gegen Spaniens Ruf als Investitionsstandort registrieren. Diejenigen, die einschlägig investiert haben, mit einem achselzuckenden "Hätte ich doch nicht..." und diejenigen, die eigentlich noch kommen sollen, mit einem kopfschüttelnden "Da lasse ich mal lieber die Finger davon...".
"Pan para hoy y hambre para mañana" heisst dazu das vielleicht passende spanische Sprichwort. Weil das in Jahren und Jahrzehnten aufgehäufte Defizit in der Energiefinanzierung unüberschaubare Masse angenommen hat, sollen nun die Energieproduzenten für die von der Troika vorgegebene Reduzierung des Energiedefizits herhalten - nicht grundsätzlich falsch, aber um den sehr sehr hohen Preis der Glaubwürdigkeit als investitionssicheres Land, das sich an grundlegende Spielregeln hält.
Es wird Prozesse hageln und Niederlagen für diese Entscheidungen, die sich einfachsten rechtsstaatlichen Gepflogenheiten widersetzen. Das Kalkül schimmert durch, genauso wie wir es gerade in unserem Bundesland Valencia und auch von vielen Stadtfürsten an der Costa Blanca kennen: Bis diese Massnahme, die kurzfristig Geld in die Kassen bringt, von der Justiz gekippt wird, verschafft sie den zuständigen Politikern finanzielle Freiräume (diesmal fürs nackte Überleben vor Zinsdifferential und Troika, die mit dieserlei Rechtsstaatlichkeitdefizit keine Schwierigkeiten haben dürfte; früher für Wahlgeschenke und überzogene Prachtbauten) - die Zeche wird später zu zahlen sein, allerdings mit heftigen Zinsen, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne. Doch dann trifft es andere Amtsträger. Wohlwollendstenfalls kann man der spanischen Regierung für solche mittel- und langfristig auf jeden Fall gegen den Investitionsstandort Spanien gerichteten Massnahmen pure Verzweiflung und Alternativlosigkeit unterstellen.
Viel ist in diesen Tagen der künstlichen "Talsohle-ist-erreicht-und-durchschritten"-Rhetorik von der Marke und dem Investitionsstandort Spanien die Rede. Auf beide hat die -obendrein von einem schäbigen Parteispendenskandel voller Lügen und durchsichtiger Zeitgewinn-Dementis gebeutelte- spanische PP-Regierung einen Torpedo abgefeuert - directamenta a la línea de flotación...
Wohlgemerkt: Diese Bewertung ist grundsätzlich und traut sich keine Prognose über eine mögliche zerstörerische Wirkung auf die Sparte der Photovoltaik und anderer Erneuerbarer Energien (EE). Denn dort könnte es auch anders kommen. So beginnt sich mit dem Experten Frederic Chmiel von der Firma "Fotovoltaíca Europa" aus Benissa die Erkenntnis breitzumachen, dass steigende Strom- und sinkende Preise für alternative Energieträger deren Attraktivität steigern und angesichts staatlicher Echternacher Energie- und EE-Politik das Heil künftig in wachsender Unabhängigkeit von "offizieller" Stromproduktion und -politik liegt und nicht etwa in möglichen Zuschüssen, die -obwohl auf 25 Jahre gesetzlich festgelegt- heute kommen und morgen genommen werden können. Wie es sich eben für eine echte Bananenrepublik gehört, würden besonders scharfzüngige Kritiker ergänzen. Und noch scharfzüngigere würden dieser Einschätzung mit ätzender Vehemenz widersprechen: Spanien ist doch keine Bananen-Republik -
wir haben einen König...

Carl-Georg Boge (16. Juli 2013)

7 Kommentare   |   Meldung kommentieren

Eine heftige und durchsichtige Polemik, die des Calper Oppositionspolitikers Pedro Jaime Fernández (Gent de Calp). Am Schluss schlägt Fernández sogar noch den halb lächerlichen, halb weinerlichen Bogen vom seit Jahren "begünstigten" Oktoberfest zu einem möglichen langsamen Verschwinden der Calper Traditionen und Fiestas, "die zu erhalten uns so viel Arbeit und Opfer gekostet haben", wenn man die Oktoberfest-Ungerechtigkeit weiterhin still ertragen würde. Das "Argument" städtischer Euro für das Oktoberfest ist -sicherlich kalkuliert- auch durch jahrelange Dementis durch den CCC nicht aus der Debatte zu bekommen, es passt halt gar zu schön, um trotz seiner Unwahrheit nicht immer wieder in den Ring geworfen zu werden.
Die Bezahlung eines erheblichen Teils der anderen Fiestas aus dem (aus den Steuern und Abgaben aller Anwohner finanzierten) Stadthaushalt fällt bei Fernández natürlich ebenso unter den Tisch wie die langjährige Finanzierung des Februar-Karnevals und -Musikfestes aus dem Oktoberfest, die zu touristischen "Off-Zeiten" Jahr für Jahr Hunderte von Besuchern nach Calp gebracht haben. Die Gleichsetzung von Umsatz und Gewinn ist in diesem polemischen Gesamtkunstwerk lediglich perfides rhetorisches Handwerkszeug. Die unsägliche Sprache des "wir" und des "sie", der auf billige politische Instinkte zielende Merkel-Vergleich, die mindestens zwischen den Zeilen durchschimmernde Gegenüberstellung deutsche Blutsauger vs. sich aufopfernde Gastfreunde, da wird ein lokales Fass des nord-süd-europäischen Krisenweines aufgemacht, der sich für alle Beteiligten als purer Essig entpuppen wird. Insofern ist die Fernández-Philippika auch ein Symptom.
Deshalb wird es spannend sein zu beobachten, was aus dieser mit Sicherheit politisch kalkulierten Keiltreiberei wird: Die nächsten Kommunalwahlen werden zeigen, ob die Fernández-Polemik auf fruchtbaren Boden fällt. Wenn man den Gedanken anbringen wollte, dass die Verwendung von Oktoberfest-Einnahmen und (möglichen) -Gewinnen eine grössere Transparenz und Öffentlichkeit vertragen könnten, dann liesse sich das vielleicht auch erreichen, ohne einen rhetorischen Keil zu treiben zwischen "uns Spanier" und "die Deutschen". Aber Sachlichkeit und ein konkreter Nutzwert sind sicherlich das Letzte, worum es dem flexiblen Gent-de-Calp-Fernández (ehemals PP) bei diesem Fischen im Trüben gegangen ist.
Selbst über die Verwendung von Überschüssen aus einer Fiesta mit halb öffentlichem Charakter darf man öffentlich nachdenken, als Kommunal-Politiker sowieso - Unfug reden eingeschlossen, warum nicht? Aber mit den Stilmitteln der kalkulierten Unwahrheit, der billig bedienten und geförderten Vorurteile, des berechneten Zwistes? Wir werden sehen, welches politische Mobilisierungspotentiel diese Variante entwickelt, die alle Ingredienzien in sich trägt, einen Schuss vor den eigenen Bug darzustellen. Auch in sofern krisen-symptomatisch.

Carl-Georg Boge (3. Juni 2013)
P.S.: Im Folgenden der Ende April unter http://laopiniondecalp.wordpress.com/ veröffentlichte spanische Originaltext von Pedro Jaime Fernández, damit sich die Spanischkundigen unter unseren Lesern selbst ein Bild machen können:

LAS FIESTAS DE CALP TOCAN FONDO
Queridos amigos, este titular no debería haberse escrito nunca, pero la realidad que vivimos hoy, me lleva a escribir estas reflexiones, reflexiones que por otro lado y si todos ponemos un poco de nuestra parte, seguro, harán que este desagradable titular cambie a mejor y en beneficio de nuestras fiestas.
Y os preguntareis como lo vamos a hacer. La solución es muy sencilla, repartiendo los recursos que Calp, nuestro pueblo, genera.
Hasta ahora solo hemos repartido las cargas. ¿Quién soporta los gastos de casi todas las fiestas de Calp? La respuesta es bien fácil. Los calpinos que vivimos aquí y que pagamos año tras año nuestros impuestos para conservar Calp lo mejor posible.
Soportamos los gastos de los Moros y Cristianos, Fiestas Patronales, Els Bous al Carrer, Fiestas de San Juan de La Cometa, Las Fallas, etc. Todas las fiestas las sufragamos nosotros mediante impuestos, trabajando todo el año y poniendo de nuestro bolsillo como todo festero, fallero, etc, buscando ofrecer, como siempre hemos hecho la imagen de un pueblo acogedor y hospitalario con quien nos visita.
En todas estas fiestas hay un denominador común, a ningún visitante que disfruta de ellas se le cobra nada. Las kabilas invitan a beber y a disfrutar de la fiesta a todo el que lo desee, en las Fiestas Patronales se trabaja todo el año para ofrecer conciertos y unas fiestas dignas y gratis a todo el que nos visita, en Els Bous al Carrer los socios sufragan una fiesta para todo el mundo y así podría seguir una a una con todas las fiestas de mi pueblo, pero cuando uno se para a pensar y se pregunta cual es la fiesta que se celebra en Calp en la que los organizadores no ponen un solo euro y sí sacan un jugoso beneficio, la respuesta es clara, LA OKTOBERFEST O FIESTA DE LA CERVEZA.
Esta es la única fiesta en Calp en la que todo el que entra paga hasta el último céntimo de todo lo que consume o disfruta. Una fiesta que según sus organizadores, recibe más de 30.000 visitantes y que si lo traducimos en números, factura más de 600.000euros, dinero que se reparte entre unas pocas familias alemanas, y aquí es donde quería llegar. Es el momento de dejar de repartir solo las cargas y los gastos y que nuestras fiestas disfruten también del beneficio que se genera en Calp gracias a nuestros recursos.
No es justo que quienes se benefician de esta fiesta no sean vecinos de Calp. Los organizadores de la OKTOBERFEST montan la fiesta en nuestro propio pueblo utilizando nuestros propios recursos ,como es el suelo público que se le cede gratuitamente, con la colaboración (euros, gastos, ayudas) de nuestro Ayuntamiento, y gracias a nuestras consumiciones.
Ninguna de las asociaciones festeras calpinas se lucra de nuestras fiestas, al contrario, con su esfuerzo y dinero intentan ofrecer lo mejor al pueblo de Calp.Si se genera un beneficio en alguna fiesta, lo justo es que se reparta entre todas las asociaciones festeras de Calp.
¿Algún calpino piensa que la Sra. Merkel nos cedería sus terrenos y colaboraría con nosotros para organizar una fiesta española y obtener un jugoso beneficio sin cobrarnos nada a cambio?
Hace 2 años, desde Gent de Calp, partido que presido y del que me siento muy orgulloso al contar con compañeros estupendos y muy trabajadores, pusimos en marcha junto con la Asociación de Hosteleros una campaña para cambiar las fechas en las que se celebraba la Oktober Fest de Calp, pues entre las fechas habían 2 puentes y los hosteleros veían Calp lleno pero sus restaurantes vacíos mientras ellos pagaban impuestos y la Oktober Fest ni un solo euro.
Un año después, gracias a esta movilización, el Ayuntamiento y el CCC, se vieron obligados a modificar las fechas y así poder convivir todos juntos en Calp.Ha llegado el momento de sentarse todas las partes implicadas y poner coto a una situación que ya durante varios ha sido abusiva con la generosidad de los calpinos.
Ahora es cuestión de todos decidir si queremos que las Fiestas de Calp sigan siendo lo que han sido y no perder unas tradiciones que nos han costado mucho esfuerzo y sacrificio mantener o callarnos y ver como poco a poco desaparece lo nuestro.
¡¡¡AHORA TE TOCA A TI!!!
FELICES FIESTAS DE MIG ANY A TODOS Y FELICIDADES A LOS CARGOS POR EL ESFUERZO QUE REALIZAIS.
UN ABRAZO DE UN FESTER
Pedro Jaime Fernández Crespo

Meldung kommentieren

Einen juristischen Bärendienst hat der Calper Bürgermeister César Sánchez seiner Konservativen Volkspartei (Partido Popular, PP) erwiesen, denn jetzt bestätigte das Provinzgericht von Alicante, dass in der politischen Debatte die Bezeichnung der heutigen PP als "korrupte Nachwuchs-Partei" Platz hat, die aus der "altbekannten korrupten PP 'de siempre'" hervorgegangen sei. Für diese Äusserung des Oppositionspolitikers Pedreo Jaime Fernández (ehemals Stadtrat für die PP, jetzt für Gent de Calp) hatte Sánchez ein Strafgeld von 50.000 Euro wegen Ehrabschneidung gegen die heutigen Calper PP-Stadträte beantragt und war damit zunächst vor dem Gericht von Dénia und ist jetzt in Alicante gescheitert, so die spanische Zeitung "Información".
Lediglich zu der Verwendung der "Vorsilbe" "mutmasslich" hatte sich Fernández im vorhergehenden Schiedsgerichtsverfahren verpflichtet. Und mit dieser Einschränkung, so die Gerichte, müssen Sánchez und die PP im Rahmen der normalen politischen Debatte die Korruptionsvorwürfe aushalten. Zumal es einen konkreten Anlass gab, der von Fernández mit dem Satz "von den Anzügen von Camps zum I-Pad von César" bezeichnet wurde: Das Kommunikationsgerät des jungen Alcalden tauchte unter den vom Ayuntamiento bezahlten Rechnungen auf. Dumm gelaufen, mit "Irrtum" und der Versicherung, dass er das I-Pad aus eigener Tasche bezahlt habe, liess sich der Schaden nicht mehr vollständig beheben.
Die 50.000 Euro wolle er einer Hilfsorganisation spenden, wenn er den Prozess gewinne, hatte Sánchez verkündet. Fernández konterte, das Sánchez dies auch tun könne, wenn er den Prozess verliere - aus eigener Tasche eben.
Insgesamt ein veritables juristisches Eigentor von Sánchez, der sich bewusst sein muss, dass er als PP-Bürgermeister und als politischer Zögling des Calpe-vor-die-Wand-Bürgermeisters Javier Morató (ehemals PP, jetzt immer noch im Stadtrat von Calp) und des Land-Valencia-vor-die-Wand-Ministerpräsidenten Francisco Camps (PP) eine grössere politische Hypothek mit sich herumschleppt, als er wahrhaben möchte. Da hätte er nach Fernández "Mutmasslich"-Angebot vor dem Friedensrichter sich zufrieden geben und den juristischen Ball flach halten sollen. Das politische Erbe der PP auf allen Ebenen lässt sich nicht einfach wegprozessieren, auch wenn die Wähler viele Jahre lang nicht wahrhaben wollten, wem sie ein ums andere Mal ihre Führung in Calpe, in Alicante und in Valencia anvertraut hatten (lief ja alles scheinbar wie geschmiert...) und die Justiz erst auf den Plan trat, als das Kind längst im Brunnen lag.
Auf einem anderen Blatt steht, dass der "politische Chefankläger" Fernández selbst eine Art Steinewerfer im Glashaus ist: Er hielt es als Calper PP-Stadtrat unter Morató durchaus einige Jahre aus - und ob dann ein sehr spätes Durchschauen seiner "mutmasslich korrupten" PP-Umgebung oder deren Begrenzung seiner persönlichen politischen Ambitionen seinen Bruch mit der Partido Popular provozierten, wird wohl letztendlich sein Geheimnis bleiben. Wer die politische Szene in der Peñónstadt schon eine Weile beobachtet, wird deshalb wohl nicht den Fehler begehen, den gewendeten Fernández mit einem übermässig üppigen Glaubwürdigkeitsvorschuss zu bedenken...
So wie auch Sánchez nicht vergessen sollte, dass seine politische Herkunft schlicht gesagt eine Glaubwürdigkeits-Hypothek ist, die sich nicht wegprozessieren lässt und nur durch langjährige und kontinierliche Arbeit langsam abtragen lässt. Und unterwegs müssen "Missverständnisse" wie die I-Pad-Rechnung unmissverständlich und vor allem so frühzeitig geklärt werden, dass Sánchez nicht mit hechelnder Zunge als Getriebener daherkommt. Denn in Abwandlung eines alten politischen Sprichwortes gilt nicht nur für die Frau des Cäsar, sondern in diesem Fall auch für den César selbst, dass er nicht nur (politisch) "unbefleckt und rein" bleiben, sondern auch so erscheinen muss.
Zum Beispiel sollte die Öffentlichkeit bald erfahren, wer für die Verliererseite die Prozesskosten trägt...

Carl-Georg Boge (27. Mai 2013)

1 Kommentar   |   Meldung kommentieren

Nach der Stadt Calp wird nun auch das Rathaus Dénias von der Vergangenheit eingeholt. Im doppelten Wortsinn. Vor über zehn Jahren erklärten die Stadtregenten in beiden Orten die wichtigsten (potentiellen) archäologischen Ausgrabungsstellen Baños de la Reina (Calp) und Hort de Morand (Dénia) zu nicht bebaubarem, geschütztem Terrenum, obwohl die gültigen Flächennutzungspläne eine Bebauung erlaubten. Lange Jahre hindurch bewegte sich anscheinend nichts, obwohl die Eigentümer immer wieder mal ihre Forderungen auf Entschädigung stellten. Aber im Hintergrund mahlten die Mühlen der Justiz, in beiden Fällen gab es jetzt Entscheidungen des valencianischen Oberlandesgerichtes, welche die Finanzen der beiden Städte auf Jahre oder Jahrzehnte hinaus schwer belasten könnten, in Dénia mit 13 und in Calpe mit über 40 Mio Euro. In beiden Fällen hatten die Politiker andere Prioritäten, glaubten, der Kelch der millionenschweren Entschädigungen würde vorübergehen, wenn nicht an ihrem Rathaus, so doch wenigstens an ihrer Amtszeit. So etwas klappt meistens auch, aber im Falle der Dénianer Baustadträtin Pepa Font nicht.
Calpe hat einen Sonderausschuss eingesetzt, um eine Lösung für die bis über 40 Mio Euro fälligen Entschädigungen zu finden. In Dénia will man nun mit den Eigentümern neu verhandeln, um ihnen Baurechte an anderer Stelle anzubieten, ein Plan, der in Calp zumindest bisher gescheitert ist, weil offenbar das Angebot nicht gut genug war.
Bemerkenswert: In beiden Fällen blieb es bei dem theoretischen Schutz der potentiellen Ausgrabungsstellen, wurden keine nennenswerten Ausgrabungen eingeleitet. Es wäre interessant zu erfahren, warum die Lösung dieser beiden Probleme nicht im Rahmen der beiden nationalen und Landes-Investitionspläne gegen die beginnende Krise 2007/08 in Angriff genommen wurde. In Dénia entschied man sich für ein die Intelligenz beleidigendes Luxus-Theaterprojekt im Hafen, das erst so spät aufgegeben wurde, dass nun die komplette Subvention von 9 Millionen Euro zumindest auf Jahre blockiert sein könnte - während die meisten Kommunen rundum die entsprechenden Projekte bereits längst "im Kasten" haben.
Auch an dieser eklatanten Fehlentscheidung, auf die costa-info.de und WOCHENPOST (und in Umfragen mit eindeutigen Ergebnissen) bereits vor Jahren hinwiesen, nämlich direkt, nachdem sie getroffen wurden, war Ewig-Stadträtin Font beteiligt. Trotz diesen grossen Schadens, den sie ihrer Stadt zugefügt hat, denkt auch Font offenbar - ebenso wenig wie Bürgermeisterin Ana Kringe- an einen Rücktritt, für den meines Erachtens schon weitaus weniger weitreichende Fehlentscheidungen ausreichen sollten.
Dass die PP/CU-Ortsregierung das nun von der PSOE veröffentlichte 13-Millionen-Urteil "unter dem Deckel" halten wollte, nachdem sie in den letzten Monaten mehrere für das Rathaus teure Entschädigungsurteile mit Wurzeln in Fehlern der PSOE-Regierung Viciano (zu Recht) herausposaunt hatte, spricht Bände über die politische Integrität des Trios Kringe-Font-Chelet.
Und das Vorgehen der parteipolitisch theoretisch konservativen Kommunalpolitiker in Dénia und Calp untescheidet sich nicht von dem der seinerzeit theoretisch progressiven PSOE-Bundespolitiker in Madrid, die ebenfalls wohl klingende und gut gemeinte Gesetze verabschiedeten, sich aber über finanzielle Ausstattung nicht allzu grosse Gedanken machten, wie zum Beispiel das Gesetz über Umgang mit und Versorgung behinderter, abhängiger und pflegebedürftiger Personen. Das Kalkül solcher Politiker schimmert durch: Lorbeeren für wohlklingende und positive Massnahmen einstreichen - wenn sich herausstellt, dass die Mittel für die Umsetzung fehlen, dürfen sich dann andere mit dem Problem herumschlagen...

Carl-Georg Boge (19. April 2013)

Meldung kommentieren

Der Stichtag für die Meldepflicht ist der 30. April. Die Antón-Initiative kommt spät - sehr spät. Und: Noch nicht eines der Rathäuser aus unserer Region hat irgend einen Protest oder gar Änderungswunsch gegen die Meldepflicht für Auslandsbesitz öffentlich gemacht. Bislang darf man also getrost davon ausgehen, dass sämtliche Ayuntamientos -auch die von Gemeinden mit einer Mehrheit mit ausländischen Residenten als Einwohner- mit im Boot sitzen, zumindest als regungslose Dulder. Man darf davon ausgehen, dass die meisten Kommunal- und Regionalpolitiker die Sprengkraft für die Abschreckungswirkung auf potentielle ausländische Residenten nicht begriffen haben und dafür in den nächsten Jahren vielleicht einen hohen Preis zahlen müssen.
Wir erinnern uns: Auch das berühmte LRAU-"land-grab"-Gesetz, das für so viele negative Berichte in England und Deutschland sorgte und etliche mögliche Käufer von der Costa Blanca ferngehalten hat, war im Ursprung ein Gesetz, dass lediglich blockierende Widerstände für eine normale Stadtentwicklung aus dem Weg räumen sollte. Es öffnete -mit Hilfe korrupter Politiker- Betrug, zum Teil absurder Enteignung und auf der anderen Seite unverschämter Bereicherung Tür und Tor.
Man muss diese neue Meldepflicht für Auslandsbesitz auch im Zusammenhang sehen mit dem überaus dringenden Kapitalbedarf unseres immer noch am finanziellen Abgrund stehenden Gastlandes und mit dem fast flächendeckenden Verdacht von Misswirtschaft und Korruption, in den sich Kommunal- und Regionalpolitiker vor allem im Land Valencia seit etlichen Jahren -und von ihren Wählern (und auch ausländischen theoretisch Wahlberechtigten) wissentlich gebilligt- hineinmanövriert haben. Dabei geht es wohl nicht einmal so sehr um das Prinzip, sondern um das konkrete "Wer will was und wie und warum und zu welchen Bedingungen und unter welchen Strafandrohungen von wem wissen?" Denn: Wer wollte schon etwas dagegen haben, wenn auf europäischer Ebene Schlupflöcher geschlossen würden für jene Vermögensteile, für die weder hier noch dort noch irgendwo die gerechten Abgaben gezahlt werden?

Carl-Georg Boge (10. April 2013)

Meldung kommentieren

Weiter