COSTA INFO - Ein Service der WOCHENPOST
HomeMeldungenTermineDie KüsteWochenpostBranchenbuchLeserforumFotogalerie
Lokales - Kritisch beobachtet
Pure Augenwischerei: Auf die Leichtgläubigkeit ihrer Einwohner verlässt sich die Gemeindespitze von La Nucía um Bürgermeister Bernabé Cano. Sie tut so, als wenn es eine Senkung der kommunalen Immobiliensteuer IBI nur durch eine Senkung der Katasterwerte geben könne und das Rathaus so gar nichts zu tun habe mit den von Anwohnern und der Opposition seit Jahren beklagten IBI-Anhebungen in der Gemeinde. Jede Steigerung der Katasterwerte hätte in puncto IBI von Anfang an mit entsprechender Gegensteuerung bei den kommunalen Hebesätzen (mindestens) neutralisiert werden können. Wenn Cano und seine Mannschaft dies nicht getan haben, dann, weil sie nicht wollten und auf die Mehreinnahmen nicht verzichten wollten.
Bemerkenswert, nein: verräterisch, ist der Zeitpunkt für diesen Antrag des Gemeindeparlaments an das Katasteramt auf Überprüfung: Cano und Co. wissen, dass die in diesen Tagen zur Bezahlung anstehenden 2017er IBI-Recibos bei den Anwohnern für grossen Ärger sorgen. Ihnen soll vermittelt werden, das Rathaus arbeite an einer Lösung (für das nächste Jahr) und setze sich ein für die Beendigung der "irrealen" Kataster- und IBI-Verhältnisse. Die IBI hätte die Stadt schon seit Jahren anhalten oder auch senken können, um den vor fast einem Jahrzehnt einsetzenden Marktwertverlust der Immobilien auszugleichen. Und sich schon viel früher, wie es andere Gemeinden auch getan haben, für eine Senkung der Katasterwerte einsetzen können.
Aber allem Anschein musste erst eine Unterschriftenaktion (sowohl im Internet unter change.org und analog, wir berichteten) der von dem immer wieder mit Rekord-Wahlergebnissen ausgestatteten Dauer-Bürgermeister Cano so an den Rand gedrängten Oppositionsparteien her, damit sich die in La Nucía regierende PP des Sprengstoffs dieses Themas bewusst wurde. Immerhin haben sich die bislang öffentlich kaum stattfindende PSOE und Co. von La Nucía mit dieser Aktion endlich einmal den Namen Opposition verdient und Cano und Co. dazu gezwungen, in bester Merkel-Manier ein explosives Thema dann von der Agenda abzuräumen zu versuchen, wenn es zu grosses Sprengpotential erworben hat.
In anderen Gemeinden wie Benissa fanden diese Prozesse nicht früh genug, aber immerhin ein paar Jahre früher statt, weniger auf Druck einer chronisch verschlafenen Opposition als auf solchen (der auch hier viel zu spät kam, aber eben nicht so spät wie in La Nucía) von Bürgervereinen. Zuvor aber hatte die PP-Gemeindespitze die IBI innerhalb weniger Jahre mit Hilfe einer Katasterrevision in schwindelerregende neue Höhen getrieben. Bemerkenswert, dass Parteien, die als Opposition beim grossen Drehen am IBI-Steuer-Rad ziemlich die Füsse stillgehalten hatten, jetzt in der Regierung von Benissa vor allem eine Kritik an ihrer PP-Vorgängerregierung äusserten: Diese habe durch die Nicht-Konterkarierung (via Hebesatz) der jüngsten IBI-Senkung durch nach unten korrigierte Katasterwerte die Gemeindefinanzen in Gefahr und die neuen Stadtregenten um ein Grossteil ihrer Möglichkeiten zu investieren gebracht.

Carl-Georg Boge (Hsg. costa-info.de und WOCHENPOST

Meldung kommentieren

Wohl richtig, dass eine Ausschreibung grundsätzlich das bessere Vergabeverfahren ist, auch für einen Ostermarkt. Nur: Dafür hätte die Stadtverwaltung von Dénia selbst früher tätig werden müssen, weil die bisherigen Organisatoren auf das bisherige Verfahren vertrauten und Ende Februar ihren Antrag stellten - der jetzt -Ende März- abschlägig beschieden wurde. Eine Verwaltung, die nur verhindert, aber für die richtige Alternative nicht rechtzeitig am Start ist, wird als Klotz am Bein wahrgenommen. So, wie besonders in Dénia (Las Marinas), aber auch in anderen Gemeinden der Region, Verkehrsämter, die Ampeln nicht auf völlig unterschiedliche Bedürfnisse zu unterschiedlichen Tages-, Wochen- und Jahreszeiten ein- (oder auch aus-)zustellen in der Lage sind, den Verkehr behindern, als ihn sicherer zu machen.
Da müssen Verwalter aufpassen, nicht als überflüssig oder gar als Behinderer wahrgenommen zu werden, was dann in zunehmende Ignorierung oder Umschiffung ihrer Anweisungen und Entfremdung von den Bürgern mündet. Beispiel: Irgendwann fangen Autofahrer an, Ampeln nur noch bedingt oder gar nicht mehr zu beachten, die zu 98 % der Zeit der konkreten Verkehrslage nicht entsprechen. Irgendwann ist das Risiko, dass es dort scheppert, grösser, als wenn man die Ampel, die zu 5 % der Zeit sicherlich eine sehr wichtige Funktion ausübt, ganz wegliesse.
Vor knapp einem halben Jahrhundert bekam ich als Kind die "Grüne Welle" erklärt. Ist es im digitalen Zeitalter wirklich nicht möglich, auf der Durchgangsstrasse von Teulada den Verkehr mit 40 Km/h sanft durchzuleiten, anstatt durch ärgerlich geschaltete Ampeln ein Vieltausendfaches zeitraubendes und umweltschädigendes Abstoppen und Wieder-Anfahren zu erzwingen?
Drei Monate war die Durchgangsstrasse von Benissa-Montemar wegen einer veritablen Mini-Reparatur, die nicht oder im ersten Anlauf nicht richtig kam, gesperrt und eine Kleinumleitung nötig. Immer mehr Leute fuhren einfach durch die gesperrte Strasse, zusätzliche Risikosituationen inklusive. Am Ende wurde diese dann freigegeben, als die Reparatur noch nicht fertig war. Das Rathaus machte sich zum Gespött, und das Schlimme ist: merkte wohl nicht einmal was davon. Warum die WOCHENPOST nicht selbst im Rathaus gegen den manifest bürgerentfremdenden Unfug protestiere, bin ich viel gefragt worden, auch von der Eigentümervereinigung Benissa-Montemar, wo unser Büro liegt. Ganz einfach: gerade als direkt Betroffene von der lästigen und gefährlichen Umleitung aus Prinzip lieber nicht, bevor es zuende ist. Von der Comunidad de Montemar, der ich unseren Blog zur Verfügung stellte und den sie auch für ein anderes Komuniquée nutzte, ward zu dieser Sache nichts mehr gehört.
Carl-Georg Boge (Hsg. WOCHENPOST und costa-info.de)

Meldung kommentieren

Ganz offenbar hat die Polizei bei den beiden "grossen" Mordfällen in unserer Region in den vergangenen zehn Jahren versagt: Das "baupolitisch-wirtschaftliche Komplott", dem vor knapp zehn Jahren laut Staatsanwaltschaft der Bürgermeister von Polop de la Marina zum Opfer fiel, schaffte es nicht einmal vor Gericht. Es blieb bei zusammengenommen vielen Jahren Untersuchungshaft, nachdem aus Anlass einer anstehenden Geschäftsreise eines "Beteiligten" nach China hektisch zugefasst und darauf getraut wurde, dass die drohenden bis zu vier Jahren U-Haft pro Person (ein wirklich extrem hartes Druckmittel, das sich für viele Juristen durchaus jenseits eines vertretbaren Grenzbereiches befindet) schon einen Keil in die "unselige Koalition" aus sieben Personen treiben werde, inklusive des Vorgängers und Nachfolgers Ponsodas als Bürgermeister von Polop. Als es auch nach Jahren lediglich bei der Aussage eines (kriminellen) geschützten Zeugen blieb, der die Verschwörung in einem Bordell gehört zu haben angab, mussten Polizei und Staatsanwaltschaft in mehreren Etappen in aller Stille die Segel streichen und die Beschuldigten einen nach dem anderen freilassen.
Auch im Mordfall Sandra Franco brachten Polizei und Staatsanwaltschaft keine ausreichenden Beweise zusammen, obwohl sie auch hier eigenen Angaben zufolge frühzeitig über Täter, Hintermänner, Hinterfrau, Motivationen und das gesamte Verbrechensgebilde verfügten. Zu mehr hat es wirklich in sieben (und im Ponsoda-Fall in zehn) Jahren nicht gereicht, nachdem jahrelang die vermeintlichen "Mord-Komplotteure" durchaus mit Komplettnamen in die Öffentlichkeit gestellt worden waren? Das klingt beängstigend dünn...
Carl-Georg Boge, Herausgeber costa-info.de und WOCHENPOST
1 Kommentar   |   Meldung kommentieren

Hatte nicht die konservative Ana-Kringe-Regierung von Dénia über Jahre hinweg, fast bis ans Ende ihrer Amtszeit, ihre Vorgängerin unter der Sozialistin Francisca Viciano des städtebaulichen Chaos' beschuldigt, das zu zahlreichen, für die Stadtkasse millionenschweren, Entschädigungsurteilen geführt hat, in etlichen Fällen sicher zu Recht? Erschreckend erscheint an den jetzt geschilderten Fällen vor allem die Kontinuität der Unfähigkeit im Bauamt von Dénia und des Vor-sich-her-und-den-Nachfolgern-auf-den-Tisch-Schiebens der Folgen der teuren Entschädigungsentscheidungen (politisch und juristisch) durch die jeweilige Gemeindeführung von Dénia. "Nach mir die Sinflut" als politische Maxime und infames Geschäftsprinzip hat jetzt zu letztinstanzlichen Gerichtsurteilen geführt, die rund ein Drittel des Umfanges eines städtischen Jahreshaushaltes der Kreisstadt ausmachen.
Beim teuersten der Verfahren, den 10 Millionen Euro an der Avenida Ramón Ortega, müssten auch die Ursprünge der Entschädigungsansprüche genauer geklärt werden. Vor allem dürfte die Steuerzahler interessieren, ob bei der kontinuierlichen eklatanten Unfähigkeit und Unwilligkeit der Dénianer Städtebaupolitik es wirklich dabei bleiben muss, dass die politisch Verantwortlichen abseits stehen und strafrechtlich nicht mehr belangt werden können. Wenn die Justiz so langsam arbeitet, ist der billige Ausweg für unfähige und unwillige Politiker vorgezeichnet ... und die Frustration der Menschen mit der politischen Klasse.

Carl-Georg Boge (2. Januar 2017)


Meldung kommentieren

Zu einem Streitpunkt zwischen PP- und PSOE-/Compromís-geführten Gemeinden scheint sich in den letzten Monaten des Jahres 2016 das erst vor zwei Jahren wiederbelebte Wasserkonsortium des Marina-Alta-Kreises entwickel zu haben. Während PP-Provinzchef und Konsortiums-Präsident César Sánchez der spanischen Presse zufolge kein Problem und das Konsortium "gut arbeiten" sieht ("Die Provinz hat über zwei Millionen Euro investiert, um die Wasserbedürfnisse der Gemeinden zu befriedigen") kritisierte PSOE-Bürgermeister José Chulvi aus Jávea, dass das Konsortium keine regionalen Lösungen beisteuere, ja von einem Etat von zwei Millionen Euro trotz des dritten extrem wasserarmen Sommers hintereinander einen Überschuss von 850.000 Euro ausgewiesen habe.
Und so enthielten sich bei der Abstimmung Ende Oktober über den Etat die Vertreter von PSOE und Compromís im Konsortium. Chulvi wies darauf hin, dass fast die Hälfte der knapp drei Dutzend Marina-Alta-Kommunen dem Gremium nicht angehören, darunter diejenigen mit dem meisten Wasser wie Pego, Vall d'Ebo, Vall de Laguar oder die Rectoría-Gemeinden.
Compromís-Politiker Gerard Fullana aus Jalón wies darauf hin, dass Sánchez für die zehn Minuten lange Sitzung Ende Oktober mit Technikern und seiner Kommunikations-Mannschaft angereist sei, in fünf offiziellen Fahrzeugen. Die teilnehmenden Politiker kassierten je 300 Euro Sitzungsgeld für die zehn Minuten - und von Fullana ist nicht überliefert, ob er zumindest erwägt hat, darauf zu verzichten...
-cgb-

Meldung kommentieren

Der erste kleine Herbstwind hat am Blay-Beach-Strand, der mehrere Male pro Jahr komplett weggespült und dann wieder mit Sand aufgefüllt wird, bereits vor Beginn der Bauarbeiten die Absurdität eines umstrittenen Bauprojektes in Dénia-Las Marinas deutlich gemacht: Stünde das vierstöckige Gebäude schon, dann hätte es schon durch das bisschen Nordostwind vom dritten Oktoberwochenende "nasse Füsse" bekommen.
Die Stadt Dénia sagt, dass die Entscheidung beim Land Valencia liege, weil das Gelände als bebaubar eingestuft ist und das Rathaus die beantragte Baugenehmigung erteilen müsse, zumal der offizlelle Meeres-Schutzstreifen respektiert worden sei. Dieweil formiert sich der Widerstand mit Unterschriftensammlungen, Veröffentlichungen und Aktionen gegen das Projekt.
Carl-Georg Boge (18. Oktober 2016)

Meldung kommentieren

Mächtig Sprengstoff liegt in den zu erwartenden Folgerungen des Benissaner Untersuchungsausschusses, vor allem, weil die Partido Popular nicht über eine Mehrheit verfügt, um unangenehme Erkenntnisse quasi zu überstimmen. Allein die Weiterleitung der Ausschussergebnisse an die Staatsanwaltschaft bedeutet eine Niederlage für PP-Bürgermeister Juan Bautista Roselló.
Ein Unternehmer, den ein Kunde darauf hinweisen muss, dass ein Betrag doppelt bezahlt wurde, hat ein Problem, weil er so einen Fehler normaler Weise selber zuerst entdecken und beheben sollte. Aber bei den Zeiten, die vergehen, und den Kontrollmechanismen, die theoretisch bestehen sollte, ist es ein kritisches Zeichen, dass nicht nur das Rathaus als Kunde zuerst die Doppelzahlung bemerkt hat, sondern innerhalb des Rathauses dafür die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses notwendig war, wie die spanische Presse berichtet hat.
Das allein riecht sehr schlecht und macht notwendig, dass die gesamten Vergabe-, Kontroll- und Durchführungsprozesse einer minutiösen Untersuchung unterzogen werden. Und zwar, wie die Benissaner Opposition es fordert, auch durch die Staatsanwaltschaft. Denn das muss allen Beteiligten klar sein: Mit der einfachen Erstattung der Doppelt-Zahlung (plus Zinsen) ist es nicht getan. Wer als Firma erst so spät und nach solch einem Procedere zurückzahlt und obendrein unter dem polizeilichen Verdacht der politischen Korruption steht, der muss sich auch den Verdacht des Betrugsversuches gefallen lassen. Und die politischen Verantwortlichen für die mangelhafte Aufsicht, die fehlende Einforderung von Konventionalstrafen und die -ebenfalls zu untersuchende- beinahe schon alltäglich zu nennende Gewährung von Hunderttausende Euro schwerer 'Nachbesserungen' müssen dem Stadtparlament und der Öffentlichkeit erklären, welche administrativen und persönlichen Konsequenzen sie aus diesem offensichtlichen mehrfachen Versagen zu ziehen gedenken.
Carl-Georg Boge (1. August 2016)













Meldung kommentieren

Das Bauamt der Stadt Dénia hat jetzt offiziell die Genehmigung zum Bau eines Chalets in der Urbanisation Altomira am Montgó erteilt, das bereits längst vollkommen fertig gestellt ist und gegen das Nachbarn vor anderthalb Jahren einen Baustopp wegen zu grosser Bauhöhe gefordert hatten. Weil die Parzelle 115 Meter über Meereshöhe liegt, war nur ein Stockwerk erlaubt, wie ein Gutachten des Landes-Architektenverbandes feststellte - aber das Chalet verfügt über drei.
Die jetzt erteilte Baugenehmigung stellt Bedingungen, darunter eine Genehmigung des Wasserwirtschaftsamtes für Schuttentsorgung, Studien über Sicherheit und Gesundheit bei dem Bauprojekt, Anschluss ans Kanalnetz des Montgó, wenn dieses denn mal fertig wird. Das angemahnte Informationsplakat mit Daten über den Bau ist überflüssig. Auf die Anzeige der Nachbarn wegen zu vieler Stockwerke und überhöhten Bauvolumens geht die Baugenehmigung der Stadt Dénia nicht ein.
Für Kontinuität im Bauamt von Dénia ist offenbar auch nach dem Machtwechsel zu PSOE und Compromís vor 15 Monaten gesorgt...
Carl-Georg Boge (10. Juli 2016)

1 Kommentar   |   Meldung kommentieren

Unter meinen rund 300-400 Kilometern, die ich seit einiger Zeit pro Jahr an den Küsten von Marina Alta und -gelegentlich- Marina Baixa schwimme, befinden sich sehr wenige in der Moraig-Bucht von Benitachell. Wahrscheinlich Pech: Bei beiden Malen im letzen Jahr und am gestrigen 22. Juni 2016 habe ich eine hundertprozentige Quallenquote erlebt und musste mich freuen, heil davongekommen zu sein.
Ob die Schaumteppiche wirklich allesamt ausschliesslich dem vor zwei Wochen zwischen Dénia und Benissa aufgetretenen (und dort mittlerweile abgehakten) Phytoplankton geschuldet sind, wie mir das Strandpersonal gestern versicherte, kann ich nicht schlüssig beurteilen. Allerdings hat ein Leser in unserem Forum mehrfach von Kolibakterien-verdächtigen Schaumteppichen in der Moraig-Bucht mit zugehöriger Geruchsbelästigung auch zu anderen Jahreszeiten berichtet. Die Stadt hat sich, trotz eines deutschen Stadtrates in diese Debatte nicht klärend eingeklinkt, um den Vorwurf von überlasteten Kläranlagen auf dem Cumbre zu entkräften. Dirk Rheindorf könnte dann bestätigen, dass die Blaue Flagge Benitachell für diese Saison tatsächlich nur wegen der beiden Strand-Chiringuitos entzogen worden ist, wie im Frühjahr mitgeteilt wurde. Und vielleicht aktuelle Wasseranalysen liefern, die jene Theorien zu winterlichen (und jetzt auch sommerlichen) Schaumteppichen widerlegen.
Wie dem auch sei: Einen solchen von "Nie-wieder-Flüchen" begleiteten Schwimm-Slalom wie gestern in der Moraig-Bucht (ausschliesslich Brust, an Kraul war angesichts der Quallen nicht zu denken) habe ich noch nirgends hingelegt, aber ich schaffte es heil zurück. Denn als ich ins Wasser ging, war niemand da, der -wie für den Fotografen der Zeitung "Información" die Quallenflagge sichtbar für die ankommenden Badegäste hingehalten hätte (siehe unten): Sie hing bei der Flaute schlaff, unerkennbar und sinnlos herunter, am selben Mast wie das kaum als gelbe Flagge zu identifizierenden hängende verblichene Tuch. Mündlich gewarnt wurde auch nicht. Dadurch hätte man vielleicht verhindern können, dass (bis 16 Uhr) rund ein Dutzend Badegäste mit Quallenverbrennungen behandelt werden mussten, wie mir der freundliche Strandretter hinterher sagte. Immerhin gab es tags darauf, also heute, einen Bericht in der Zeitung "Información". Der sprach von rund hundert Quallen, von denen ich innerhalb kurzer rund 95 % persönlich ausgewichen sein muss...
Diesen wirklich fürchterlichen Schwimmtag von Benitachell-Moraig hätte ich vielleicht erst später mal, in einem Zusammenhang, kommentiert, vielleicht auch gar nicht, sondern tatsächlich als Pech abgehakt. Aber dieses Foto mit der hochgehaltenen Quallenwarnungs-Flagge, das hat mich dann doch -in Verbindung mit dem frisch vor Ort Erlebten- zu sehr aufgeregt. Und überhaupt wäre Dirk Rheindorf (PIDEB), der deutsche Stadtrat von Benitachell, den costa-info.de-Lesern mittlerweile wirklich mal eine Erklärung zum Thema schuldig. Nicht so sehr zu der schlaffen Quallenflagge wie zur Wasserqualität winter- und sommertags. Das ist nämlich kein Spass, sondern mindestens mal Betriebskapital seiner Gemeinde.

Carl-Georg Boge (Hsg. costa-info.de und WOCHENPOST, 23. Juni 2016)


3 Kommentare   |   Meldung kommentieren

Nach einem Jahr hat die Provinz Alicante die von Anfang an umstrittenen Beton-Mittelstreifen in Benissa-La Fustera, auf der Küstenstrasse Calpe-Moraira, entfernt (erstes Foto, Quelle: Zeitung: Marina Plaza). Der Grund ist aus Sicht der kritischen spanischen Presse klar: die hohe Anzahl von Verkehrsunfällen (zweites Foto: dito), die durch die künstliche Verengung der kurvigen Fahrbahnen verursacht und von den meisten Nutzern und Beobachtern von Anfang an vorhergesagt worden waren.
Jetzt möchte die Benissaner und Provinz-Oppositionspartei Compromís gerne wissen: Wer hat über die Entfernung der Betonstreifen entschieden und wann? Warum musste ein Jahr vergehen, bis die vom Benissaner Ortsparlament sogleich und einstimmig geforderte Entfernung der Mittelstreifen (WOCHENPOST-Titelseite und -Bericht vom Juli 2015: Fotos 3 und 4) umgesetzt wurde, und warum wurde damit ausgerechnet bis zum Beginn der neuen Tourismussaison gewartet? Welche Rolle spielte dabei Benissas Bürgermeister Juan Bautista Roselló (PP), der offizielle Berater des Provinzpräsidenten von Alicante, César Sánchez, PP-Bürgermeister von Calpe? Ausserdem will Compromís wissen: Welchen Anteil an den gesamten Projektkosten für die Massnahmen dieses Küstenstrassen-Teilstücks von 290.000 Euro vor einem Jahr hatten die von Anfang an kritisierten Mittelstreifen, was kostete jetzt ihre Entfernung?
Auf die Beantwortung dieser Fragen darf man gespannt sein, aber nicht zu sehr, denn es könnte gut sein, dass sie nicht stattfindet. Denn mit Ruhm bekleckert haben sich die Verantwortlichen in dieser Angelegenheit wirklich nicht. Und nicht einmal das Argument, "weit vom Schuss" zu sein, können die beiden Provinzleiter Sánchez und Roselló in dieser Sache für sich in Anspruch nehmen. Aber immerhin: "mejor tarde que nunca" - besser spät als nie...
Carl-Georg Boge (18. Juni 2016)

3 Kommentare   |   Meldung kommentieren

Weiter